Rucksack

Zuerst sollten wir uns über den Einsatzbereich Gedanken machen. Kriterien hierfür sind:

– Geländeform
– Art der Fortbewegung
– Volumen und Gewicht des Rucksacks

In unwegsamen, steilen Gelände sind sicherer Sitz und schlanker Schnitt von größter Wichtigkeit. Hierfür bieten sich Innengestellrucksäcke an. Sie zeichnen sich durch extrem sicheren Sitz und eine sehr hohe Bewegungsfreiheit aus. Dies ist bei bewegungsintensiven Aktivitäten wie Bergsteigen (Klettern, Hochtouren), Skitouren usw. wichtig.

Neben den Innengestellrucksäcken gibt es noch die Kofferrucksäcke bzw. Travelpacks. Sie lassen sich meistens auch wie Koffer packen und nicht wie bei einen Rucksack üblich von oben. Das Rucksack untypische Aussehen hat manchen Rucksacktourist Unannehmlichkeiten erspart. Nicht in allen Gegenden ist der Rucksacktourist willkommen. Umso besser, wenn man Ihn nicht direkt erkennt. Ein weiterer Pluspunkt ist, das die meisten Kofferrucksäcke das Tragesystem unter einer Abdeckung verschwinden lassen. Dies minimiert die Transportschäden, die am Tragegestell entstehen können, wenn sich der Rucksack am Transportband am Flughafen verfangen hat (eigene Erfahrung).

Das Volumen des Rucksacks sollte dem Reisegebiet angepasst werden. Für eine Trekkingreise im Himalaya benötige ich einen anderen Rucksack, als für eine Wochenendtour in der Eifel. Der Rucksack sollte nicht zu groß, es verleitet einen mehr mitzunehmen als nötig, aber auch nicht zu klein sein, da man ansonsten viel außen am Rucksack anbringt, was wiederum die Bewegungsfreiheit einschränkt.

Eine Sonderform ist der Außengestellrucksack. Eigentlich die Urform des heutigen Trekkingrucksacks. Er eignet sich hervorragend für schwere, große und sperrige Lasten. Nimmt man den Packsack ab, so kann man Transporttonnen (Wasserdicht für Bootstouren) oder aber das Holz vom Wald zum Lagerplatz transportieren.

Das Einsatzgebiet bestimmt die Größe(Volumen) des Rucksacks. Hier einige Beispiele:

Tagestouren: Das Volumen des Rucksacks sollte zwischen 20 und 25 Liter liegen. Ist man in den Bergen unterwegs sollte man einen etwas größeren Rucksack wählen, etwa 35 bis 40 Liter. Dies lässt sich damit begründen, das man auch warme Kleidung, Biwaksack etc. mit sich führt.

Mehrtagestouren mit Zelt: Hier empfiehlt sich ein Rucksack mit einen Volumen von ca. 60 Litern. Nimmt man Kletterzeug oder Alpinausrüstung mit, so sollte das Volumen zwischen 60 und 80 Liter betragen.

Trekkingtouren, bis zu 14 Tagen: Für eine solche Tour sollte das Volumen zwischen 60 und 80 Liter bewegen. Nimmt man, weil man sich abseits der Zivilisation befindet, viel Verpflegung mit so kann sich das Volumen des Rucksack leicht nach oben erhöhen.

Trekkingtouren, die zwischen 3 und 6 Wochen dauern: Hier sollte man mit einem Volumen zwischen 80 bis 110 Litern kalkulieren. Natürlich ist es auch vom Reisegebiet abhängig. Im Winter benötige ich einen warmen Schlafsack, warme Bekleidung, mehr Brennstoff und Nahrung als auf einer Tour in warmen Klimazonen. Auch der persönliche Komfort schlägt sich auf das Volumen und das Gesamtgewicht des Rucksacks wieder.

Deshalb gilt allgemein: Soviel wie nötig, so wenig wie möglich. Auch das Gewicht sollte sich im Rahmen halten. Ein leichter Rucksack trägt sich angenehmer. Man sollte das Gewicht beim Kauf der Ausrüstung berücksichtigen. Orthopäden empfehlen: Das Gesamtgewicht des Rucksacks sollte nicht mehr als 1/6 des eigenen Körpergewichts betragen. Dies ist als Richtwert für eine längere Strecke gedacht. Für kurze Strecken kann der Wert geringfügig überschritten werden.